Nichtstun – Fluch oder Segen (Blogparade)


Die Blogparade ist beendet. Vielen Dank an alle Teilnehmer für die interessanten vielschichtigen Beiträge. Ich begebe mich nun an eine Zusammenfassung und werde diese dann hier veröffentlichen. Bis dahin alles Gute und macht nicht(s) zu viel.


Im Alltag, in der Freizeit, sogar im Urlaub begegnet uns immer mal wieder eine der außergewöhnlichsten Beschäftigungen, die es gibt und manchmal gar nicht geben darf: Das Nichtstun.

Diese assoziiert zum einen Auszeit, Ausgleich, Wellness, Pause, Aussetzen, Entspannung, Ruhe, Frieden, zum anderen jedoch Zeitverschwendung, Rumgammelei, Faulheit, Nutzlosigkeit, Unsinnigkeit und unrentabel zu sein.

Nichtstun? Geht das überhaupt, darf man das?
Ist das gesund und macht das Spaß oder gar Sinn? Und was genau macht man denn dann? Und wo? Und mit wem? Und wann? Und vor allen Dingen: wie?

Oder ist es die reine Zeitverschwendung?
Weil es ja noch soviel zu erledigen gibt, soviel Neues zu entdecken, denn das Leben macht vor Dir nicht halt. Schlafen kannst du, wenn du tot bist – so das Motto.

Wo fängt das Nichtstun also an, wo hört es auf und welche Arten gibt es?
Ist das stets beliebte Rumlümmeln vor dem Fernseher bei Chips und Bier schon Nichtstun oder sind es ruhigere Tätigkeiten wie vor sich hindösen oder in einer Illustrierten blättern. Der Home-Wellness liebstes Kind, ein Vollbad mit Badezusatz feinster ätherischer Öle scheint immer noch die Königsdisziplin vieler Gestresster zu sein. Der noch aktuelle Trend im Bereich Nichtstun ist die Meditation für Jedermann.

Folgendes Szenario wurde ebenso beobachtet:
Ist der Tageslohn eingefahren, die Hauswirtschaft erledigt, die Freizeit an sich gemeistert und hat man sich dann spät abends energetisch ins Bett gestürzt, äußern sich einige Alltagsteilnehmer wie folgt: “Ich habe heute irgendwie gar nichts gemacht”. Nichtstun für Dauerbrenner.

Eine sogenannte Untätigkeit ist:
Einfach sitzen und sonst nichts. Auch nicht denken. Und da fangen dann die Probleme erst richtig an – und wie! Aber es geht tatsächlich. Einfach nur sitzen. Die ganz Verwegenen versuchen sich liegend.

Der richtige Augenblick?
Innerhalb einer Gruppe von Menschen, einem Maschinenpark oder anderer ablaufgesteuerten Einheiten, ist eine drohende Prozessreduktion oder gar Stillstand unerwünscht. Jedes träge Element verringert die gewünschte Leistungsfähigkeit und die Einhaltung der Zielvorgabe. In diesem Kontext ist das Nichtstun sicherlich nicht angebracht, denn nach dem Ziel ist bekanntlich vor dem Ziel.

Anders verhält es sich jedoch im Zeitabschnitt der Freizeit. Wird von ihr Gebrauch gemacht, steht einem erfolgreichen Nichtstun nichts im Wege, außer einem selbst oder die unterschiedlichen Ansichten konkurrierender Freizeitnehmer. Für den Einen oder die Andere gibt es schließlich nichts unsinnigeres, als einfach nur so da zu sein, ohne Tätigkeit.

Erfahrungen sammeln
Gelegentlich biete ich mich an, geeignete Selbstversuche im Tätigkeitsfeld Nichtstun durchzuführen. Das stößt bei Einigen nicht immer sofort auf Gegenliebe, da diese Art der Beschäftigung gerade bei zivilisierten, wirtschaftlich-komfortabel wirkenden Gesellschaften nur eine kleine, aber dennoch langsam wachsende Anhängerschaft hat. Und auch der Zeitpunkt dafür scheint oftmals falsch gewählt zu sein.

Nichtstun ist eine Herausforderung, aber durchaus machbar.
Solltet ihr bisher noch keine Erfahrungen im Bereich Nichtstun sammeln können, möchte ich empfehlen, sich 1 Minute hinzusetzen und aus dem Fenster zu schauen. Wenn ihr dabei irgendetwas entdeckt und es nicht bewertet oder einfach darüber hinwegseht, dann ist das bereits Nichtstun. Findet ihr Gefallen an dieser, wenn auch kurzen Erholungsphase, könntet ihr versuchen, diese als schützenswert in den strukturierten Alltag einzubauen.

Zwischenzeitliches Nichtstun kann eine Möglichkeit sein, den Alltag zu entzerren, den Blick nach innen zu richten, den Kopf abzuschalten oder neuzustarten. Und möglicherweise mit einem neuen Stimmungsbild fortzufahren. Wie so vieles kommt es auch hier auf die Dosis an. Verantwortungsvoll angewandt ist es für den Anwender auf jeden Fall ein Segen. Oder doch ein Fluch für Immerfleißige wegen der verlorenen Zeit?

Wie steht ihr zu diesem Thema?
Tut ihr ab und zu auch mal nix?
Oder vielleicht ein bisschen nix?
Würdet ihr gerne (öfter)?
Wie, wo, was tut ihr nichts?
Oder seid ihr geradezu abgeneigt und dauernd tätig?
Ist Nichtstun Zeitverschwendung?
Schreibt ruhig frei von der Leber weg, was ihr denkt. Je kontroverser desto besser.

Der erste und der ausführlichste Beitrag erhalten jeweils ein Geschenk*.
Ich freue mich über jeden konstruktiven Artikel, den ihr auf eurem Blog über das Thema schreibt und dabei auch den Ausgangsbeitrag http://einzelpfad.de/wordpress/nichtstun-fluch-oder-segen/ nennt. Teilt mir dann bitte über Kommentar oder Email den Link zu Eurem Artikel mit. So entsteht dann die Blogparade, die sich einem bestimmten Thema widmet und von verschiedenen Bloggern behandelt wird. Nach Ablauf der Blogparade am 30.09.2014 werde ich eine ausführliche Zusammenfassung zu den eingegangenen Beiträgen veröffentlichen.

* „Tu nichts…Weihnachten kommt von alleine!:
Ein Adventskalender der besonderen Art“
von Stephen Cottrell

Bis dahin hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsche Euch alles Gute und wenig Regen.

Einzel

09. Juli 2014 von Herr Einzel
Kategorien: Blogparade | 43 Kommentare

Kommentare (43)

  1. Pingback: Nichtstun - Fluch oder Segen? - Chapter One Mag

  2. Vielen Dank für diese interessante Fragestellung. Passen vor der Urlaubszeit und als Online-Trainerin „eigentlich“ ja immer erreichbar, fand ich es spannend mir darüber Gedanken zu machen: http://arise-coaching.blogspot.de/2015/08/nichtstun-fluch-oder-segen.html

    Einen schönen Sommer – herzliche Grüße
    Anja Röck

  3. Pingback: Blogparade: Nichtstun – Fluch oder Segen - Be-Self-Blog

  4. Pingback: Nichtstun auf Reisen – Ist das sinnvoll?

  5. Hallo Einzel,
    ich fange mit einem Zitat an“ Selig sind die Stunden des Nichtstuns, denn in ihnen arbeitet unsere Seele.“ Egon Friedell (1878-1938). Der Gute Man hat recht, denn wenn wir uns mal für 5 Minuten irgendwo hin Pflanzen fliegen unsere Gedanken durch den ganzen Kopf. So stellen wir vielleicht ernüchtertet fest, dass wir unseren Zielen nicht näher gekommen sind, das wir noch was unbedingt erledigen wollen und kreative Lösungen für ein Problem, Motivationsschübe. Nichtstun ist für uns Menschen wichtig so können wir uns sammeln und neu ausrichten! So könne wir uns auch neu kennenlernen, wenn wir mit unseren Gedanken sprechen!
    Gruß j.M

  6. Pingback: Gregory Smith

  7. Pingback: Nichtstun - Segen oder Fluch (Blogparade) - A. Disia

  8. Hallo Herr Einzel,

    ein schönes Thema für eine Blogparade. Ich konnte nicht widerstehen und habe auch einen Artikel dazu geschrieben:
    http://www.disia.de/nichtstun-segen-oder-fluch/

    Viele Grüße
    A. Disia

    • Hallo A.Disia,
      vielen Dank, dass Du nicht widerstehen konntest und diesen Artikel verfasst hast.
      Du bist die letzte ihrer Art für diese Blogparade.

      Hast Du jetzt gerade wieder Besuch vom Nichtstun?

      Mit bestem Gruss

      Einzel

      • Ja, Herr Einzel, es hat Spaß gemacht :)

        Aber jetzt habe ich tatsächlich Besuch vom Nichtstun und nichts tut sich.
        Ich werde es aber bald raus schmeißen und dann geht es endlich weiter.

        Beste Grüße
        A. Disia

  9. Hallo Herr Einzel,
    eine sehr interessante Frage, der ich gerne nachkomme. Hier mein Beitrag:
    http://www.xn--lebensknstler-2ob.at/2014/09/414/#more-414
    Lg Lebenskünstler

    • Hallo Karl,
      der Beitrag eines Lebenskünstlers zum Thema Nichtstun hat hier gerade noch gefehlt. Vielen Dank dafür.

      Beste Grüße auch an die Parkbank

      Einzel

  10. Pingback: Das Nichtstun genießen - fragt sich nur wie? • Lebenskünstler

  11. Ein tolles Thema! Bin eine neue Bloggerin also würde ich mich über jeden Kommentar freuen ! Ps: war meine erste Blogparade und find sie jetzt schon super, da sie sehr viel Spaß macht! :)

    Mein Blog: http://bloggernatic.blogspot.de/

    • Hallo Carmen,
      es ist schön, dass Dich das Thema interessiert und Du Dich bereits dazu verewigt hast.
      Für den Blick auf das Nichtstun einer aktiven Jugendlichen von Heute schonmal besten Dank.

      Beste Grüße

      Einzel

  12. Hallo Zusammen,

    ich finde das Nichtstun ist ein wirklich tolles Thema, da wollte ich mich doch auch einklinken. Aufgeregt bin ich auch, weil es meine erste Blogparade ist :)

    Nichtstun – gibt’s doch gar nicht. Ob es trotzdem gut ist und wie das eigentlich geht erfährst du hier:
    http://beselfblog.wordpress.com/2014/09/08/blogparade-nichtstun-fluch-oder-segen/

    Liebe Grüße euch allen
    Christina Schindler

    • Hallo Christina,
      obwohl es das Nichtstun gar nicht gibt, danke ich Dir für Deine Teilnahme an eben diesem Thema. Meditativ, grenzerfahrend, selbsterkennend und feingeistig durch Deine erste Blogparade. Sehr schön.

      Mit bestem Gruß

      Einzel

  13. Pingback: Blogparade: Nichtstun – Fluch oder Segen | Be Self

  14. Ein spannendes Thema für eine aufregende Blogparade. Ich habe gerne mitgemacht: http://burkhard-asmuth.de/nichtstun-fluch-oder-segen-blogparade/

    • Hallo Burkhard,
      vielen Dank für Deine Teilnahme an der Blogparade. Dein Spektrum an aktiven nichtstuenden Tätigkeiten scheint vielfältig zu sein.

      Einzel

  15. Pingback: Nichtstun - Fluch oder Segen | Blogparade

  16. Lieber Herr Einzel,

    vielen Dank für diese interessante Blogparade. Das Thema hat mir sehr viel Spaß gemacht.
    Das Ergebnis lesen Sie hier:
    http://www.vereinbarkeitsblog.de/blogparade-nichtstun/

    Viele Grüße
    Uta

    • Hallo Uta,
      die Frage in Deinem Artikel: „Hast Du nichts zu tun?“ haben die meisten hier und anderswo sicherlich auch schon mal gehört oder gar gefragt. Natürlich hat man etwas zu tun, auch wenn es gerade eben mal Nichts ist. Vielen Dank für Deinen „vereinbarten“ Beitrag.

      Beste Grüße

      Einzel

  17. Hello,

    habe auch noch meinen Senf dazu abgegeben ;o)
    http://schlumskosmos.wordpress.com/2014/08/26/nichtstun-lust-oder-frust/

    Danke für die Inspiration und Grüße in die Nacht

    frau schlums

    • Werte Frau Schlums,

      die Grüße aus der Nacht habe ich tagsüber erhalten. Danke dafür und den beobachtenden Artikel obendrein. Ein Kommentar folgt noch. Auf Loriot habe ich gewartet und wurde erhört.

      Aber im Augenblick möchte ich einfach nur so sitzen.

      Beste Grüße

      Einzel

  18. Lieber Herr Einzel,

    hier auch mein Beitrag zu deiner Blogparade.
    http://impressionista.de/nichtstun-flug-oder-segen/

    Vielen Dank dafür, es hat Spaß gemacht, sich damit auseinanderzusetzen!

    LG Christina

  19. Lieber Herr Einzel,
    vielen Dank für den inspirierenden Eintrag.
    Ich selbst versuche mich des Öfteren am Nichtstun und scheitere meistens kläglich.
    Ich nehme gern an deiner Blogparade teil und setze mich sogleich an den Artikel – nachdem ich eine Weile versuchen werde, nichts zu tun.

    Mir gefällt besonders dein letzter Satz, denn bizarrerweise hat es just in dem Moment tatsächlich angefangen zu regnen; wie schön! So kann ich mich damit an das Nichtstun herantasten, indem ich dem Regen zusehe.

    Viele Grüße,
    Christina

  20. Tolles Thema. Ich habe versucht darzustellen, warum das Nichtstun so schwierig bzw. anstrengend ist bzw. misslingt und wie man den Ausschalter für sein Gehirn findet.

    Mehr dazu unter http://seelenklempnerei.wordpress.com/2014/08/18/nichtstun-ist-anstrengend-wie-finde-ich-den-ausschalter-fur-mein-gehirn/

    Viele Grüsse an alle Mitblogger !
    Martin

    • Hallo Martin,

      es freut mich, daß Dir das Thema gefällt. Nichtstun hört sich wirklich einfach an, ist es aber nicht.

      Ein Ausschalter fürs Gehirn ist eine sehr effektive Methode. Ein Dimmer tut gleiches variabler.

      Vielen Dank für Deinen Artikel aus der synaptischen Tiefe.

      Einzel

  21. Ein sehr interessantes Thema, finde ich :) Habe mir mal ein paar Gedanken dazu gemacht und sie hier gepostet: http://regenbogenwolken.de/denkerwolke/gedanken-zum-nichtstun/ Ist ein bisserl ausschweifend geworden 😉 Danke für die Inspiration.

    • Hallo Claudi,
      schön, daß Dir das Thema so gefällt, daß Du ausschweifend wurdest.
      Von Struktur, über Planung, bis zur Freiheit, das ist schon aller Ehren wert.
      Bitte für die Inspiration.

      Einzel

  22. Auf jeden Fall ist Nichtstun wichtig,, Nichtstun führt sogar zu Freundschaften
    http://www.lateinamerika-reisemagazin.com/2014/08/03/nichtstun-auf-reisen-ist-das-sinnvoll/

    • Hallo Martin,
      danke für Deinen Beitrag.
      Nichtstun kann bestimmt zu Freundschaften führen oder zu Feindschaften, das hängt vom Gegenüber ab.

      Einzel

      • da magst du recht haben,,,, doch im aktiven Nichtstun liegt auch etwas Passives. Und das halte ich für weniger aggressiv. Aber wie du schon sagst, es hängt vom Gegenüber ab.

  23. Hallo und einen schönen guten Abend,

    habe mich dieses Themas auch mal angenommen, und finde, dass Nichtstun-Oasen sehr wichtig sind.
    Hier also my two cents

    http://www.tages-gedanken.de/2014/08/01/nichtstun-darf-man-das/

    • Hallo Hans,
      recht herzlichen Dank für die zwei Cent. Kommentar folgt.
      Nichtstun-Oasen scheinen enorm wichtig zu sein oder es wieder zu werden.

      Einzel

  24. Hi,
    ich habe auch gerne mitgemacht und meinen Senf gepostet. Zum Artikel geht es hier lang http://wpzweinull.ch/2014/07/21/blogparade-ueber-nichtstun-blogger-alltag/

    Was man hier auf dem Blog noch verwirklichen könnte, ist es das Mail-Kommentar-Abo. So würde man den Diskussionen in den Kommentaren besser folgen können. Vll. setzt du es noch bei Zeiten mal um?! Danke!

  25. Guten Abend,

    durch zufall bin ich auf deinen Artikel bzw die Blogparade gestoßen und gleich mal mitgemacht.
    http://www.knuddelstoffel.de/2014/07/24/nichtstun-fluch-oder-segen/

    Liebe Grüße aus Kiel
    Julia

  26. Hi,

    Coole Sache! Ich liebe es, über viele Dinge nachzudenken und es in Wortform nieder zu schreiben.
    http://ladyricecake.blogspot.com/2014/07/blogparade-inaction-blessing-or-curse.html

    Allerdings in Englisch, weil es meine Blogsprache ist.

    Viele Grüße,
    LadyRicecake

    • Vielen dank für Deinen Kommentar und Deinen Artikel.

      Your Level of handling inactionous activities seems quite experienced to me.
      It is propably not difficult for you to switch between action and inaction.
      But, working with your hands and not thinking anything might be a pleasure as long as you don’t work on machines which can cause bad injuries.

      Stay blessed or cursed

      Einzel

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