Das Auge sieht mit.

Und es wird gesehen. Wie geht das denn Fragezeichen. Nun, tief drinnen im Walde, rechts unterhalb des Leyberges befindet sich eine Kreuzung mit 4-6 Abwegen. Das hängt vom Betrachter ab. Es ist keine Kreuzung im herkömmlichen Sinne. Hier befinden sich weder Ampeln, noch Autos, noch Kreisverkehr. Aber es gibt hier ein Auge. Ein Auge, das sieht, ein Auge, das guckt und ein Auge das betrachtet. Nicht drei Augen, sondern eines. Und man kann es sehen, bestaunen oder gar bewundern. Es ist ein Auge Gottes – mitten im Walde. Der hier Blasphemie unterstellende religiöse Eiferer sei gewarnt und schaue sich vorsichtig um. Das anerkannte Ausflugsziel erfreut sich großer Beliebtheit, immer öfter auch bei Zeitgenössinen und -genossen mit großer Beleibtheit. Der Erpeler Kirchspielwald sowie der Honnefer Stadtwald sind im Grunde genommen nicht überall als zu sportlich einzuschätzen und somit sehr rücksichtsvoll zu Gewichtbesessenen und Konditionierern aller Art. Gelegentlich wird sich halt überschätzt. Nicht nur für Nostalgiker des Kalten Krieges oder dem Liebhaber strategischer Verlustoptimierung von Humanressourcen im subdiplomatischen Neutralisierungsabschnitt sei die südlich gelegene V1-Abschussrampe ans Herz gelegt.
„Gottes Auge sieht alles“.
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„Bewahre mich vor Sünde“, an diesem Örtchen zu verweilen und zu erkalten, sodass eine Zerrung nach der anderen folgen möge.
Die Gefahr eines verlängerten Auftentalts besteht durchaus. Die zur einfachen Rast einladenden Bänke können die Weiterreise herauszögern, sogar erschweren, denn Rucki-Zucki ist das Phone gezückt, das Bild erfasst, das Futter verzehrt und der Bauch gefüllt. Doch dann, hinter dem Auge, beginnt der Pfad erneut…

12. Mai 2014 von Herr Einzel
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